Stadteigener ÖPNV wäre der falsche Weg: SPD: „Teurer – aber für die Fahrgäste nicht besser“
Schmidt und Brammer: „Stadt und Landkreis sollen gemeinsam an konkreten Verbesserungen arbeiten“
„Ein stadteigener ÖPNV würde den Busverkehr vor allem teurer machen – besser würde für die Bürgerinnen und Bürger dadurch nichts. Statt uns über Zuständigkeiten zu streiten, sollten Stadt und Landkreis Hand in Hand am Netz von morgen arbeiten", sagen Maximilian Schmidt, Vorsitzender der SPD im Landkreis Celle, und Patrick Brammer, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion Celle. „Deshalb ist der Vorschlag, den ÖPNV in der Stadt in Eigenregie zu übernehmen, aus unserer Sicht der falsche Weg.“ Die SPD in Stadt und Landkreis Celle lehnt die Überlegungen der Stadtverwaltung ab, den öffentlichen Personennahverkehr künftig in eigener Trägerschaft zu betreiben. Die SPD wird deshalb in der morgigen Sitzung des Stadtrates gegen den entsprechenden Beschlussvorschlag der Verwaltung stimmen.
Die Folgen, die eine solche Übernahme hätte, sind in den letzten Tagen deutlich geworden: Jährliche Mehrkosten von rund 5 Millionen Euro, Nachteile im Schülerverkehr, schlechtere Anbindung, längere Fahrzeiten, mehr Verkehr – und vor allem teure Doppelstrukturen. „Eine Trennung der Strukturen löst kein einziges Problem – sie verlagert und vervielfacht sie nur", sagt Patrick Brammer. „Wir geben kein Geld für neue Parallelwelten aus, von denen am Ende kein Fahrgast etwas hat. Bezeichnend ist, dass selbst das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten empfiehlt, zunächst Gespräche mit dem Landkreis zu führen und rechtliche wie finanzielle Fragen vertieft zu prüfen, bevor überhaupt eine Beschlussempfehlung ausgesprochen wird. Genau diesen Weg sollte die Stadt gehen – statt jetzt eine teure Grundsatzentscheidung zu treffen, die im Übrigen erst in den 2030er Jahren ansteht."
Die SPD verweist darauf, dass der Landkreis bereits konkret handelt. Zum 13. August 2026 tritt eine umfassende Netzüberplanung in Kraft, die zahlreiche Verbesserungen für die Fahrgäste im Stadtgebiet bringt: Künftig fahren alle Linien über den Bahnhof, was für klarere Orientierung und mehr Verlässlichkeit sorgt. Durchgebundene Linien reduzieren Umstiege, das Rendezvous-System am Schloss bleibt erhalten und wird mit festen Abfahrtszeiten und einer verlängerten Umstiegszeit von fünf Minuten gestärkt. Hinzu kommen an die tatsächlichen Verkehrsverhältnisse angepasste Fahrzeiten sowie neue Haltestellen in Groß Hehlen und Boye. „Das zeigt: Es geht voran – und zwar gemeinsam. Auf diesem Weg wollen wir weiterkommen, mit echten Verbesserungen für die Fahrgäste statt mit einem teuren Zuständigkeitswechsel. Deshalb sollte man auch künftig gemeinsam an Verbesserungen arbeiten – ein Beispiel dafür kann Lüneburg sein, wo in einem Vertrag zwischen Stadt und Landkreis alle Leistungen und Zuständigkeiten geregelt sind", so Maximilian Schmidt.
Für die SPD in Stadt und Landkreis Celle steht der Nutzen für die Menschen im Mittelpunkt – unabhängig davon, ob sie in der Stadt oder im Landkreis wohnen. „Am Ende haben die Menschen in Winsen und in Klein Hehlen dasselbe Interesse: dass der Bus verlässlich und pünktlich kommt und dass sie nicht unnötig umsteigen müssen", so Schmidt und Brammer übereinstimmend. „Dafür arbeiten wir – Stadt und Landkreis gemeinsam, Hand in Hand."